Vollständige Anleitung zur Gebetswaschung

Die Gebetswaschung ist Reinigung und Gottesdienst. Diese Anleitung folgt den elf Schritten der Lektion und stellt verbreitete sunnitische Regeln vor. Sie richtet sich an Anfänger und erfahrene Muslime. Einzelheiten unterscheiden sich zwischen den anerkannten Rechtsschulen; ein sachkundiger Lehrer vor Ort kann zu deiner Lage beraten.

Mit wem möchtest du lernen?

Gezeigt wird eine häufig gelehrte sunnitische Vorgehensweise. Einzelheiten können sich zwischen den Rechtsschulen unterscheiden; bete nach deinen Möglichkeiten. Die Gebetswaschung bleibt gültig, bis etwas sie aufhebt.

Wann und wie vorbereiten?

Bei kleiner ritueller Unreinheit ist für das Gebet die Gebetswaschung nötig. Solange sie gültig bleibt, muss sie nicht für jedes Gebet erneuert werden, auch wenn dies empfohlen ist. Nach großer ritueller Unreinheit ist eine Ganzwaschung erforderlich; die kleine Waschung ersetzt sie nicht. Verwende reines, reinigendes Wasser. Entferne nach dem Toilettengang Urin- oder Stuhlreste vor der Waschung. Beseitige alles, was Wasser von den erforderlichen Hautstellen oder Nägeln abhält, etwa wasserfesten Nagellack, dicke Farbe oder Klebstoff; ein bloßer Farbfleck bildet nicht unbedingt eine Barriere. Bewege einen engen Ring, damit Wasser darunter gelangt. Schütze deine Privatsphäre und bedecke dich angemessen.

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Schritt 1: Absicht

Fasse im Herzen die Absicht, dich für den Gottesdienst zu reinigen. Die Absicht ist eine Handlung des Herzens; eine feste gesprochene Formel ist nicht nötig. Sunnitische Schulen unterscheiden sich über ihren rechtlichen Status. Die Absicht zu fassen ist eine einfache, sichere Praxis.

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Schritt 2: Allahs Namen nennen

Nenne vor Beginn Allahs Namen. Falls du es vergisst, setze die Waschung fort. Sunnitische Gelehrte unterscheiden sich über diese Vorschrift; mache einen Unterschied oder eine Unsicherheit nicht zur Belastung.

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Schritt 3: Hände waschen

Wasche beide Hände dreimal bis zu den Handgelenken, beginne rechts und lasse Wasser zwischen die Finger gelangen. Dieses erste Waschen unterscheidet sich vom späteren Waschen der Hände und Arme bis zu den Ellenbogen.

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Schritt 4: Mund ausspülen

Nimm Wasser in den Mund, spüle und spucke es aus; wiederhole bis zu dreimal. Mund und Nase können mit derselben Handvoll Wasser gereinigt werden. Spüle beim Fasten vorsichtig, damit du kein Wasser schluckst.

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Schritt 5: Nase spülen

Ziehe mit der rechten Hand vorsichtig etwas Wasser in die Nase und schnaube es mit Hilfe der linken aus; wiederhole bis zu dreimal. Ziehe nicht kräftig ein, wenn du fastest oder es dir schaden würde.

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Schritt 6: Gesicht waschen

Wasche das ganze Gesicht vom üblichen Haaransatz bis unter das Kinn und von Ohr zu Ohr. Wasser muss Haut und Gesichtsränder erreichen. Ein dünner Bart wird bis zur Haut durchgewaschen; bei dichtem Bart wasche die sichtbare Oberfläche und fahre mit nassen Fingern hindurch. Wasche bis zu dreimal.

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Schritt 7: Arme waschen

Wasche den rechten Arm von den Fingerspitzen bis einschließlich Ellenbogen, dann den linken ebenso, jeweils bis zu dreimal. Wasser muss Hände, Handgelenke und Ellenbogen erreichen, obwohl die Hände schon am Anfang gewaschen wurden.

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Schritt 8: Über den Kopf streichen

Streiche mit nassen Händen einmal über den Kopf: von vorn nach hinten und zurück zum Ausgangspunkt. Streiche über ihn, statt ihn dreimal zu waschen. Lange Haare müssen nicht allein für die Gebetswaschung entflochten werden. Der erforderliche Umfang unterscheidet sich zwischen den Schulen; diese Lehrmethode sieht den ganzen Kopf vor.

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Schritt 9: Ohren auswischen

Wische mit feuchten Fingern einmal die inneren Falten und Außenflächen beider Ohren aus; die Zeigefinger können innen, die Daumen außen wischen. Gieße kein Wasser in den Gehörgang und führe die Finger nicht so ein, dass Schaden entsteht.

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Schritt 10: Füße waschen

Wasche den rechten Fuß einschließlich beider Knöchel, danach den linken, jeweils bis zu dreimal. Wasser muss Fersen, Sohlen und Zehenzwischenräume erreichen. Lasse keine trockene Stelle.

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Schritt 11: Abschließendes Bittgebet

Sprich nach Abschluss der Gebetswaschung: أَشْهَدُ أَنْ لَا إِلَٰهَ إِلَّا اللَّهُ وَحْدَهُ لَا شَرِيكَ لَهُ، وَأَشْهَدُ أَنَّ مُحَمَّدًا عَبْدُهُ وَرَسُولُهُ، اللَّهُمَّ اجْعَلْنِي مِنَ التَّوَّابِينَ وَاجْعَلْنِي مِنَ الْمُتَطَهِّرِينَ. Bedeutung: Ich bezeuge, dass niemand der Anbetung würdig ist außer Allah allein, ohne Teilhaber, und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist. O Allah, mache mich zu denen, die bereuen und sich reinigen. Dieses Gedenken ist empfohlen; sein Auslassen macht die Waschung nicht ungültig.

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Was muss vollständig geschehen?

Der Koran nennt das Waschen von Gesicht und Armen einschließlich Ellenbogen, das Streichen über den Kopf und das Waschen der Füße einschließlich Knöchel. Das Wasser muss jede zu waschende Stelle tatsächlich erreichen. Einmal vollständig waschen genügt; bis zu drei Wiederholungen sind empfohlen. Verwechsle Streichen nicht mit Waschen. Die Schulen unterscheiden sich bei Absicht, Mund und Nase, Reihenfolge, Kontinuität und Umfang des Streichens über den Kopf. Die vollständige Folge hilft, eine gültige Waschung zu lernen, ohne jede Empfehlung als allgemein anerkannte Pflicht darzustellen.

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Was hebt die Waschung gewöhnlich auf?

Urin, Stuhl oder Winde aus den üblichen Austrittswegen heben die Waschung gewöhnlich auf, ebenso andere Ausscheidungen wie der Lusttropfen. Bewusstlosigkeit, Rausch und tiefer Schlaf ohne Wahrnehmung erfordern ebenfalls Erneuerung. Kleinere Ausscheidungen verlangen Waschung und Reinigung der betroffenen Stelle; Geschlechtsverkehr oder Samenerguss erfordern die Ganzwaschung. Menstruation und Wochenfluss haben eigene Regeln und verlangen nach ihrem Ende die Ganzwaschung.

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Unterschiedliche sunnitische Auffassungen

Bei leichtem Schlaf, direktem Berühren des Geschlechtsteils, Hautkontakt zwischen Mann und Frau, Blutungen oder Erbrechen aus anderen Stellen sowie Kamelfleisch unterscheiden sich die Schulen. Manche verlangen etwa nach Kamelfleisch eine Waschung, andere nicht. Lerne bei einem vertrauenswürdigen sunnitischen Lehrer oder einer Rechtsschule und verurteile keine andere anerkannte Auffassung.

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Was hebt die Waschung nicht automatisch auf?

Kleiderwechsel, Haare- oder Nägelschneiden und gewöhnliches Essen heben die Waschung nicht von selbst auf. Eine Unreinheit zu berühren hebt sie ebenfalls nicht auf; die betroffene Stelle muss aber vor dem Gebet gereinigt werden. Wer seiner Waschung sicher ist, verliert sie nicht wegen eines bloßen Zweifels oder Bauchgefühls. Die Mehrheit der sunnitischen Gelehrten verbietet das direkte Berühren eines gedruckten Korans ohne Reinigung, mit Meinungsunterschieden und Ausnahmen. Ein Telefon mit Korananzeige ist kein gedrucktes Exemplar; bei kleiner Unreinheit darf daraus ohne Waschung gelesen werden. Für große Unreinheit gelten eigene Regeln.

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Fehler, Missbilligtes und Verbote

Lasse keine erforderliche Stelle absichtlich trocken, bete nicht wissentlich ohne nötige Reinigung und entblöße keine Intimbereiche ohne berechtigten Bedarf. Schade dir nicht und verschwende kein Wasser. Unbegründet mehr als dreimal zu waschen und zu viel Wasser zu verwenden widerspricht der Sunna; erhebliche Verschwendung kann sündhaft sein. Sprechen während der Waschung ist nicht an sich verboten; zwanghafte Zweifel sollen keine unnötigen Wiederholungen auslösen. Eine gesonderte Sünde macht eine sonst gültige Waschung nicht automatisch ungültig.

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Krankheit, Verbände, Fußbekleidung und Trockenreinigung

Wenn Wasser fehlt oder seine Verwendung schadet, ist unter Bedingungen die Trockenreinigung mit reiner Erde erlaubt; lerne Vorgehen und Einzelheiten. Bei Wunden oder medizinisch nötigen Verbänden folge fachkundiger Anleitung: wasche, was möglich ist, und nutze Streichen oder Trockenreinigung, wenn passend. Entferne keinen Verband, wenn es schadet. Das Streichen über geeignete Ledersocken oder andere zulässige Fußbekleidung ist eine Erleichterung unter Bedingungen, darunter Anziehen nach vollständiger Reinigung und Einhalten der Fristen. Die Einzelheiten unterscheiden sich zwischen den Schulen; frage für deinen Fall nach verlässlicher Anleitung.

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Gebet, Zweifel und besondere Umstände

Bemerkst du beim Waschen eine trockene Stelle, bessere sie nach. Entdeckst du sie viel später oder nach dem Gebet, frage nach der Regel, da die Schulen sich über Kontinuität unterscheiden. Bei Dauerzuständen wie Inkontinenz können Sonderregeln gelten; hole Rat, statt das Gebet aufzugeben. Kinder lernen schrittweise, Menschen mit Behinderung reinigen sich und beten nach ihren Möglichkeiten. Vermeide zwanghaftes Prüfen und suche bei Bedarf Hilfe.

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Hauptquellen: Koran 5:6; Sahih al-Buchari 137, 157, 159 und 185; Sahih Muslim 234 und 360; Dschami at-Tirmidhi 55. Weitere Einzelheiten und Unterschiede werden im sunnitischen Recht behandelt. Hadithnummern können je nach Ausgabe abweichen.